(c) CGP Grey - 
https://www.flickr.com/photos/cgpgrey/4889462844/

Der Preis der Dämmung

Einige persönliche Gedanken eines Mieters.

Sie sagen, das Klima ändert sich. Die Pole schmelzen, weil es wärmer wird. Es wird wärmer, weil zu viele Treibhausgase in der Atmosphäre sind. Um genau zu sein: Zuviel CO². Kohlendioxid. Dieses Gas entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen (Kohle, Erdöl, Holz etc.) unter Sauerstoffzufuhr, aber auch beim Atmen verschiedener Organismen – auch dem von Menschen.

Und sie sagen, wir müssen etwas dagegen tun, sonst schwimmen eines Tages die Blauwale durch den Arc de Triomphe. Und die Seychellen sind nur noch eine ferne Sage aus alten Tagen. Sie sagen wir müssen Energie sparen, weniger Öl und Kohle verbrennen. Weniger Auto fahren, weniger heizen. Sie sagen, wir müssen Autos mit Batterien bauen. Oder solche die mit nachwachsenden Ressourcen wie Raps betrieben werden. Dafür roden sie in Südamerika den Wald. Und dass wir unsere Häuser besser isolieren müssen, um Heizenergie zu sparen. Deshalb produzieren sie aus Rohöl ein Material, das sie Polystyrol nennen. Der gemeine Bürger nennt es Styropor. Sie machen Platten und Quader daraus, tränken es mit Chemie, damit es nicht brennt, damit darin keine Vögel und Insekten wohnen, damit es sich nicht unter der Sonneneinstrahlung auflöst. Aber halten tut das Material nur dreißig Jahre lang. Dann muss es ersetzt werden.
Und natürlich muss jemand dafür bezahlen – der Mieter muss bezahlen. Der Vermieter darf ihm die Kosten der Wohlfahrt der Allgemeinheit aufbürden – schließlich tut der Vermieter das doch zum Wohl der Menschheit, damit sie nicht ertrinkt, am Treibhausgas erstickt.

Und deshalb darf der Vermieter giftiges Material an die Hauswände bringen, egal wie dick die sind, wie gut Stein und Beton von Natur aus isolieren. Und er darf, um die Sache abzurunden, auch noch Fenster mit Plastikrahmen verbauen. Plastik wird aus Erdöl gewonnen, dieser knappen, kostbaren Ressource die uns demnächst ausgehen wird. In den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts sagten sie, das Erdöl reicht noch vierzig Jahre. Das behaupten sie jetzt jedes Jahr. Und sie behaupten auch, dass uns demnächst das Öl ausgeht, nicht erst in vierzig Jahren. Aber sie sagen auch, dass das Erdöl, in allen Erscheinungsformen, noch fünfhundert Jahre reicht. Aufgrund ungesicherter Daten werden Fakten geschaffen. Alles für die Allgemeinheit.

Und es ist egal, ob der Mieter sich das leisten kann. 80 oder 120 Euro im Monat mehr – für die Allgemeinheit. Und wenn er das nicht bezahlen kann, dann muss er eben um Unterstützung bitten, bei der Allgemeinheit – er wird ein Sklave der Gesellschaft. Und wofür? Für elf Euro Einsparung im Monat? Nein, das ist kein Witz – so hat man es uns vorgerechnet. Aber ganz sicher ist man sich mit der Einsparung nicht, es kann auch weniger sein. Vor allem, wenn man mit den Plastikfenstern dann falsch lüftet. Und lüften, das ist wichtig, weil sonst die Bude schimmelt. Dass man beim Lüften die Ausgasungen der Dämmstoffchemie in die Wohnung bekommt – das ist doch unerheblich. Dass empfindliche Menschen davon krank werden – uninteressant. Die Regierung hat das so angeordnet. Das ist ein Befehl. Ja – die Regierung hat das befohlen. Hat befohlen, dass der Vermieter Geld verdient, die Chemieindustrie Geld verdient, die Erdölförderer Geld verdienen. Und dass die Mieter das Geld ausgeben müssen, weil sie sonst nämlich nasse Füße bekommen und am Treibhausgas ersticken. Seltsam – man treibt den Teufel aus und bekommt den Beelzebub ins Haus. Am Treibhausgas ersticken oder doch lieber vom Schimmelpilz zur Strecke gebracht werden? Oder verhungern weil man alles Geld für die Miete aufwenden muss? Was soll das alles?

Wenn etwas knapp ist, dann reduziert man den Verbrauch. Der Gedanke ist richtig. Aber man verschleudert es nicht für Maßnahmen, deren Wirkung ungewiss ist. Konsequenterweise sollte man den Verbrauch weiter reduzieren. Der Mensch braucht Energie. Er braucht Heizung, Kleidung, Nahrungsmittel, Wohnstätten, Beförderungsmittel. Jeder Mensch braucht das. Je mehr Menschen, desto höher der Verbrauch. Wäre es nicht logisch die Anzahl der Menschen dem Vorhandensein der Ressourcen anzupassen? Absurderweise zahlt dieses Land eine Vermehrungsprämie. Man nennt das Kindergeld. Auch andere europäische Nationen zahlen das. Die Menschen werden dafür bezahlt, das sie weitere Menschen, die Ressourcen benötigen, auf den Planeten bringen. Wo ist die Logik hinter diesem Handeln?

Aber gleichzeitig führen sie einen Krieg gegen jene, die sich dafür entschieden haben, auf Nachkommen zu verzichten – weil sie schon lange gesehen haben, dass die Ressourcen unzureichend sind, um allen Menschen ein würdiges Dasein zu ermöglichen. Ja, man kann darum streiten, was man sich unter würdigem Dasein vorstellen darf. Zu gehen und zu kommen wie man möchte, nach eigener Entscheidung zu leben, ohne befürchten zu müssen, bei jeder Entscheidung als Feind der Gemeinschaft gebrandmarkt zu werden, eine Welle hysterischer Furcht auszulösen. Selbstverständlich gibt es gewisse Grundregeln die zu beachten sind. Alles darüber hinaus schränkt die Freiheit ein, die Würde des Menschen, degradiert ihn zu einem winzigen Zahnrad in einer riesigen Maschine. Nein, meinen Genen möchte ich das nicht antun – ein Zahnrad zu sein, ein Hamster im Laufrad. Ich habe auf Nachwuchs verzichtet – dafür presst mich der Staat aus, weil ich mich gegen das Wohl der Allgemeinheit vergangen habe. Das Wohl der Allgemeinheit? Ja, das Überleben der Art, dass der Mensch nicht ausstirbt. Aussterben?

In diesem Augenblick leben 7.280.683.100 Menschen auf diesem Planeten – 7 Milliarden 280 Millionen 683 Tausend .. ups 250 Menschen. Der Mensch vermehrt sich schneller als die Karnickel.
Wir sind weit entfernt davon, auszusterben. Und wir werden auch nicht aussterben, wenn die Pole schmelzen und es wärmer wird, wenn auf dem Kurfürstendamm Palmen wachsen und Tiger auf der Jagd nach Antilopen durch die Mark Brandenburg streifen. Was also soll die Angst? Wissen wir denn, dass es so kommt?

Die Erde ist etwa 4,5 Milliarden Jahre alt. Die Menschen, also die Gattung Homo, läuft angeblich seit 2,8 Millionen Jahren durch die Wälder, Wüsten und Savannen. Zwei Komma acht Millionen Jahre – weniger als ein Blinzeln im Vergleich zum Alter des Planeten auf dem wir wohnen. Was wissen wir also über diesen Planeten? Nichts. Die Erde erwärmt sich – das hat sie schon öfter getan. Sie ist auch wieder abgekühlt. Die Wissenschaftler sprechen von Hunderten von Abkühlungsphasen in den letzten 2,4 Milliarden Jahren – und entsprechender Erwärmung. Tatsächlich befinden wir uns gerade noch in der Aufwärmphase, nach der letzten Eiszeit die Europa betraf – der Würmzeit. Und niemand kann sagen, wohin die Reise geht. Wir wissen nämlich nichts. Am Ende ist es eine zyklische Erwärmung des Planeten und der menschliche Beitrag in diesem Zyklus ist kaum mehr als das Hüsteln eines Flohs.

Und alles was hier getan wird, von der Regierung befohlen wird, ist wilder, blinder Aktionismus – so unnötig wie der Versuch einen Lavastrom aufzuhalten der ohnehin ins Meer fließt. Die Vernunft verliert, wenn der Mensch Angst hat. Der Mensch ist leicht zu ängstigen – in diesem Zustand kann man alles mit ihm machen, er geht durchs Feuer, er springt durch Reifen, er leert seine Taschen. Im Mittelalter gaben die Menschen eifrig Geld – um in das Himmelreich zu gelangen. Man nannte das Ablasshandel. Heute gibt der Mensch Geld, um sich vor dem Klimawandel zu schützen. Wie nennt man das? Dummheit. Man kann sich nicht vor dem Leben schützen. Das Leben ist mächtiger als der Mensch. Das Leben, das ist der Planet. Respektieren wir ihn – am besten indem wir ihn nicht mit Abermilliarden Flöhen bedecken.

Das sind meine ganz persönlichen Gedanken zum „Klimawandel“ – meine Gedanken, niemandes sonst. Sie müssen nicht jedem gefallen und es gibt sicherlich Einwände, das ist in Ordnung. Niemand muss meinen Gedanken folgen – aber ich weigere mich den Gedanken jener zu folgen die aus Furcht um ihren Genpool mir das Leben vergällen wollen, mich mit ihrer Furcht traktieren.
Die Sorge um eure Nachkommenschaft ist nicht die meine – ich habe keine, aus gutem Grund. Einige werden meinen ich würde den Generationenvertrag brechen – er existiert schon lange nicht mehr. Er wurde gebrochen als die ersten vollautomatischen Werkhallen eingerichtet wurden ohne für eine Reduzierung der Geburtenrate zu sorgen.

Ich fühle mich nicht verpflichtet für das Überleben anderer Sorge zu tragen, jetziger oder künftiger Generationen. Egoistisch? Ja. Unmenschlich? Nein. Realistisch? Durchaus – ich zahle für das Überleben künftiger Generationen und bekomme am Ende einen Schlafplatz im Obdachlosenasyl und nen Schlag Erbsensuppe – weil mein „Vermögen“ vom Umweltschutz gefressen wurde.

Foto: CGP Greyhttps://www.flickr.com/photos/cgpgrey/4889462844/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *