Mieterversammlung Emser Straße

In der Modernisierungserklärung hatte die Gagfah uns Mieter in das Logenhaus in der Emser Straße eingeladen, um den Leuten die Maßnahmen zu erklären und Fragen zu beantworten.

Beim Einlass musste jeder Anwesende seinen Namen und die Anschrift nennen, man hatte wohl Angst, es könne sich jemand fremdes unter das Volk mischen und deren kostbares Wasser wegsaufen, das man uns freundlicherweise dargereicht hatte. Neben dem Wasser hatte man übrigens tolle Infotafeln drapiert, die uns die weißen 08/15-Bäder schmackhaft machen sollten.

Die Veranstaltung selbst wurde von einem Moderator geleitet, der so etwas scheinbar hauptberuflich macht. Mietern Blödsinn erzählen, toller Job! Freundlich war der Herr anfangs schon, schien dann aber irgendwie im Angesicht der aufschäumenden Mut der Mieter immer wieder mal die Fassung zu verlieren. „Der kriegt heute noch auf die Fresse“ zischte jemand im Saal, als der Typ eine ältere Dame in unwürdigem Ton zurecht weisen wollte.

Alles in allem versuchte man anfangs, uns die Maßnahmen als den „heißen Scheiß“ zu verkaufen, verwies immer wieder auf die Professionalität der Baufirma (Gebku GmbH aus Hannover). Lustig war aber vor allem, dass die offenbar nicht einmal die Stärke unserer Wände nennen konnten. Die liegen übrigens zwischen 55 und 38 cm, je nach Etage. Solche Wände muss man übrigens gar nicht dämmen, Einsparungen sind kaum möglich. Das macht man nur, wenn man die Miete künstlich hoch treiben will. Modernisierungsumlage nennt sich das dann.

Bei den Bädern dürfen wir uns aussuchen, ob wir eine Badewanne oder Dusche haben wollen, der Rest ist Pflicht. Richtig, all der mietpreistreibende Scheiß (Hänge-WC, Strukturheizkörper, etc.), der im Mietspiegel als „wohnwerterhöhend“ den m²-Mietpreis nach oben zieht, kann nicht abgewählt werden. Ehrlich, hatte auch niemand anders erwartet.

Sonst gibt es nicht viel zu berichten, alles andere war nur Blah-Blah, also Propaganda.